Jürgen Habermas

Die Wächter der Möglichkeit

"Freiheit des Wortes. Sein Porträt sagt: „Wir müssen wieder reden dürfen.“

Werkverzeichnis Nr: 14-TP-0079

Technik: Tusche, Aquarell auf Zeichenpapier 200(b) x200(h) mm

Signiert auf der Vorder-und Rückseite

 

In dieser Zeichnung begegnen wir dem Architekten der kommunikativen Vernunft. Für ihn ist die Wahrheit kein einsamer Besitz, sondern das Ergebnis eines Gesprächs, in dem das einzige legitime Schwert das „bessere Argument“ ist. In einer Zeit der Zensur und der Verstummung wirkt sein Porträt wie ein leiser, aber unnachgiebiger Protest. Habermas sieht in der Kunst einen der letzten Freiräume der Menschheit. Während unsere Alltagssprache oft von strategischen Interessen, Macht und Zweckmäßigkeit vergiftet ist, erlaubt uns das Porträt eine Begegnung ohne Zwang. Ich habe versucht, in seinem Blick diese Wachsamkeit einzufangen: Das Auge eines Denkers, der weiß, dass eine Gesellschaft zerbricht, wenn wir aufhören, einander als gleichberechtigte Partner im Spiel der Wahrheit anzuerkennen. Das Porträt wird hier zum „Sprechsaal“ – es fordert den Betrachter auf, den inneren Dialog wieder aufzunehmen. 

"Die Kunst ist der Ort, an dem die Kommunikation die Fesseln des Nutzwerts abstreift. Im Bild begegnen wir einer Wahrheit, die sich nicht verordnen lässt, sondern die im freien Austausch zwischen Werk und Betrachter aufleuchtet."

Die Kunst ist eine Sprache, die das zur Sprache bringt, was in der gewöhnlichen Kommunikation verstummt.“


Kunst als herrschaftsfreier Raum

Habermas ist der Philosoph des „kommunikativen Handelns“. Er glaubt, dass die Wahrheit im ehrlichen Gespräch zwischen freien Menschen liegt. Ein Porträt von Habermas in meiner Galerie ist wie ein Mahnmal für den Diskurs. Er steht für die Idee, dass man sich gegenseitig zuhören muss, anstatt sich zu zensieren. ER könnte der „Wächter der Vernunft“ sein. Er mahnt uns: „Redet miteinander, ohne Zwang!