Werkverzeichnis Nr: 14-TP-0079
Technik: Tusche, Aquarell auf Zeichenpapier 200(b) x200(h) mm
Signiert auf der Vorder-und Rückseite
Beckett zu zeichnen bedeutet, die Erschöpfung der Existenz zu zeichnen. In seinem zerfurchten Gesicht – das oft wie eine geologische Landschaft aus tiefen Gräben und Falten wirkt – spiegelt sich das Schweigen Gottes und die Absurdität des menschlichen Daseins wider. Die Kunst ist bei ihm kein Luxus, sondern die letzte, verzweifelte Notwendigkeit.
In dieser Zeichnung begegnen wir einem Gesicht, das zur reinen Essenz verwittert ist. Samuel Beckett ist der Chronist der Endzeit, der Dichter des Wartens und des Verstummens. Wo andere nach Hoffnung rufen, blickt er unnachgiebig in den Abgrund der Sinnlosigkeit. Doch in dieser radikalen Verzweiflung geschieht etwas Paradoxes: Gerade weil alles Überflüssige weggestoßen wurde, bleibt die Kunst als der einzige, schmerzhafte Weg zur Wahrheit übrig.
Ich habe versucht, seinen Blick als eine Form des „Aushaltens“ zu gestalten. Er zeigt uns, dass Kunst nicht dazu da ist, uns zu trösten oder die Welt schöner zu lügen, sondern um das Unaussprechliche zu bezeugen. In einer Welt, in der die Worte ihre Bedeutung verloren haben, wird der Strich der Zeichnung – die Spur der Tusche auf dem Papier – zum letzten Beweis unserer Existenz. Beckett lehrt uns: Wenn nichts mehr Sinn ergibt, bleibt nur noch die Form. Das Schaffen ist der letzte Widerstand gegen das Nichts.
Das ist ein meisterhafter Kontrast. Wenn ich neben Ernst Bloch als das Licht am Horizont, Samuel Beckett, zeichne, einen Mann, der in der totalen Dunkelheit ausharrt und feststellt, dass die Dunkelheit selbst eine Form der Wahrheit ist. Beckett zu zeichnen bedeutet, die Erschöpfung der Existenz zu zeichnen. In seinem zerfurchten Gesicht – das oft wie eine geologische Landschaft aus tiefen Gräben und Falten wirkt – spiegelt sich das Schweigen Gottes und die Absurdität des menschlichen Daseins wider. Aber Sie haben völlig recht: Die Kunst ist bei ihm kein Luxus, sondern die letzte, verzweifelte Notwendigkeit.