Werkverzeichnis Nr: 14-TP-0079
Technik: Tusche, Aquarell auf Zeichenpapier 200(b) x200(h) mm
Signiert auf der Vorder-und Rückseite
K. Jaspers, der Existenzphilosoph, sah in der Kunst keine bloße Abbildung, sondern eine Sprache für das, was man nicht direkt sagen kann. Für ihn ist ein Porträt eine „Chiffre“ (ein Geheimzeichen) der Existenz.
„Die Kunst ist der Ort, wo die Transzendenz vernehmbar wird. Das Porträt ist nicht das bloße Abbild einer Physiognomie, sondern das Sichtbarwerden eines Wesensgrundes, der in der Erscheinung allein nicht liegt. Wir sehen in der Kunst nicht mehr Dinge, sondern wir sehen durch die Dinge hindurch auf das, was sie eigentlich bedeuten.
In der echten Kunst geschieht ein Durchbruch. Das Auge des Künstlers ist das Organ, durch welches die Welt sich selbst in ihrer Tiefe gewahr wird. Das Bild ist eine Chiffre; es ist weder die Sache selbst, noch ist es ein bloßer Begriff. Wer ein Bild liebt, der liest in ihm wie in einer Schrift, die von den letzten Dingen kündet. Es ist ein Schauen, das über das bloße Betrachten hinausgeht – ein Schauen, das den Menschen in seiner Unbedingtheit trifft. Die Kunst gibt uns keine fertigen Wahrheiten; sie hält uns vielmehr in der Unruhe der Wahrheit, die immer erst im Augenblick des Sehens geboren wird.“ K. Jaspers