Michel Foucault

Michel Foucault: Der Blick der Macht

Werkverzeichnis Nr: 14-TP-0079

Technik: Tusche, Aquarell auf Zeichenpapier 200(b) x200(h) mm

Signiert auf der Vorder-und Rückseite

 

Foucault beschreibt in seinem Werk (besonders in Überwachen und Strafen), wie das „Sehen“ zu einem System der Kontrolle wird. Er spricht vom „Panoptismus“ – einem Zustand, in dem man immer gesehen wird, ohne selbst zu sehen. Für meine Porträts bedeutet das: Ich entreiße diese Menschen dem überwachenden Blick des Systems und gebe ihnen ihre eigene Würde zurück.

„Die Macht hat ihr eigenes Auge: Das Sehen ist hier keine Begegnung, sondern eine Vermessung. Wir leben in einer Gesellschaft der Überwachung, in der das Individuum ständig unter dem klinischen Blick einer unsichtbaren Instanz steht. Dieser Blick ordnet, klassifiziert und normalisiert; er macht aus dem lebendigen Menschen einen Fall, eine Akte, ein Objekt der Kontrolle.

 

Die Kunst jedoch kann diesen Blick brechen. Sie macht das Sichtbare unerträglich, indem sie zeigt, was die Macht zu verbergen oder zu normieren sucht. Ein Porträt ist somit ein Akt des Widerstands: Es ist der Versuch, den Menschen aus dem Netz der Überwachung zu lösen und ihn in seiner Singularität zu zeigen, die sich jeder Akte entzieht. Wer sieht, ohne zu urteilen, wer das Antlitz gegen das System behauptet, der leistet den eigentlichen Widerstand. Denn die Wahrheit ist nicht das, was bewiesen wird, sondern das, was sich dem ordnenden Blick der Macht entfremdet.“